Wände verschönern mit Elvira Schmidt

Einer der vielen, schönen Sätze über die ich in jener Nacht letzten Winter nachdenken musste:

„Das Holz ist für mich deshalb interessant, weil jedes Holz seinen eigenen Charakter hat und jedes Bild hat dann auch seinen eigenen Charakter“

Diese Worte stammen von Elvira Schmidt, einer Künstlerin, die ich euch in diesem Blogpost vorstellen möchte.

Ich lernte Sie bei den Dreharbeiten für das Künstlerportrait kennen. Videoproduktionen sind aufwändig, erfordern viel Zeit und Geduld. Manchmal natürlich auch Glück, wenn das Wetter mitspielen soll. Wettertechnisch hatten meine Kommilitonin und ich vielleicht nicht allzu viel Glück an diesem Wochenende aber ich hatte das Glück Elvira kennenzulernen.

Ihre Arbeiten sind Unikate und beeindruckten mich umso mehr als Elvira uns über ihren Arbeitsprozess erzählte:

Warum Holz?

Ich arbeite gerne mit Materialien, die gelebte Zeit und Geschichten in sich tragen. Deshalb verwende ich als Bildträger altes Holz, das z.T. deutliche Gebrauchsspuren (Risse, Löcher, Bruchstellen, Absplitterungen, Metallelemente…) trägt und somit von seinem Vorleben, das ich nur erahnen kann, erzählt.

Die Bretter oder Kommodenteile, habe ich z.T. vor dem Wegwerfen gerettet. Manche begegnen mir in Form von Türchen oder Türen beim Antikflohmarkt und bitten um Mitnahme. Die Formate reichen von kleinen Brettchen, über größere längliche Bretter bis hin zu Schranktüren.

abtauchen im Badezimmer

Elviras Bild im Bad einer Kundin

Wie beginnt das Bild?

Immer – fordert das Holz als Untergrund sein Mitspracherecht bei der Form und Gestaltgebung des jeweiligen Bildes mit ein.

Astlöcher, Abschabungen, Risse … bergen Linien, die ich zeichne oder z.B. mit Hirschhorn ritze. Aus diesen Linien formen sich wiederum Figuren, Tiere und Landschaftselemente. Meist kommen vor oder während dieses Prozesses Papierelemente (bearbeitet & unbearbeitet) aus einem alten, vergilbten Buch hinzu. Diese akzentuieren und beleben als Collageelemente die Figuren.

So zeigen sich nach und nach, und für mich selbst auch immer wieder überraschend, oftmals fast traumhaft und poetisch anmutende Bilderwelten. Zusammen mit meiner mir eigenen Bildsprache, ergibt sich ein Bild, das Vergangenes und Neues in sich birgt. Es zeigt sich meist ein szenenhafter Augenblick.

Wie kommt es zur Farbgebung? woman-61215f54

Durch Betrachten des Bildes treten vor mein inneres Auge, die Farben und Farbflächen, die das Bild haben will. Der Farbauftrag erfolgt meist lasierend, in mehreren Schichten. Daraus ergibt sich eine transparente Luftigkeit.

Welche Rolle spielt der Titel?

Der Titel und / oder Textfragmente, begegnen mir meist während des Entstehungsprozesses. Wenn sie in`s Bild eingearbeitet werden, ergibt sich eine weitere poetische Ebene, die oftmals zum Nachdenken, Innehalten und Nachspüren anregt.

Die Bildbetrachter

Mich freut es besonders, wenn Menschen, nach einem ersten flüchtigen Blick, innehalten und wirklich stehen bleiben. Meist tastet ihr Blick dann das Bild genau ab, oft huscht ein erstes Lächeln über ihr Gesicht.

Dann treten sie näher heran und gehen auf intensive Betrachtungsreise im Bild. Sie entdecken einzelne Figuren, Bildelemente und man sieht, dass sie den Titel in Bezug zum Bild setzen und oftmals wieder lächeln.

„Wenn sich jemand wirklich für ein Bild interessiert, dann entdeckt er auch“

Auf der Website von Elvira gibt es viel mehr zu entdecken: www.elvira-schmidt.de

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Es war ein unvergessliches Wochenende im schönen Amerang und der Engelanhänger in meinem Zimmer erinnert mich immer daran 🙂

Danke Elvira

 

 

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